fff...Freitag schon was vor?

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Von den regelmäßig stattfindenden "fridays for future" -Demonstrationen in Osnabrück berichtet hier Jan Küter-Luks stellvertretend für die Osnabrücker Greenpeace Jugendgruppe. Bei den Demonstrationen wird ein eigenes Workshopprogramm als Ersatz-Unterricht auf die Beine gestellt. Angesichts der Diskussionen um die Schulpflicht geht Jan auch auf die Reaktionen der Lehrkräfte der Osnabrücker Schulen ein.

Jeden Freitag ist es wieder so weit: Tausende Kinder und Jugendliche machen sich nicht auf den Weg zur Schule, sondern zum Klimastreik. Das Schild mit der Aufschrift „Wir streiken bis ihr handelt!“ über der Schulter anstatt des Schulranzens geht es in den Bus oder mit dem Fahrrad zum Streikort. Dort angekommen wird erstmal geplaudert: Es geht um dies und jenes, um das umweltpolitische Geschehen, um das Wirtschaftssystem und um neue Technologien. Jeder steuert seinen Beitrag bei: Im Gespräch oder auf dem Tisch in der Mitte auf dem sich Essen, Getränke oder auch Spiele einfinden.

In Osnabrück steht dieser Tisch in der Mitte des Theatervorplatzes, der gleich neben dem Dom ist. Seit Mitte Dezember des letzten Jahres ist hier jeden Freitag was los. Wo sich anfangs nur 30 bis 50 Schüler und Schülerinnen versammelten, kommen jetzt nur selten unter 100 Personen zusammen. An den großen monatlich stattfindenden Terminen wird sich als Ziel sogar eine Marke über 1000 TeilnehmerInnen gesetzt. Der letzte große Streiktag, der 15.03., war mit 2200 Demonstranten der bei weitem erfolgreichste Streiktag. Trotz Regen und kaltem Wetter wurden die Veranstalter, zu denen auch viele der Greenpeace Jugend gehören, von deutlich mehr Menschen überrascht als erwartet. Vom Graf-Stauffenberg-Gymnasium formierte sich sogar ein Zug von etwa 200 Schülern und Schülerinnen um sich auf den Weg zum Streik zu machen. In den Klassenzimmern fiel das natürlich endlich einmal wirklich auf.

Workshopprogramm als Angebot auf den fff-Demonstrationen

Dabei ist zu betonen: Der Schulstreik ist natürlich nur das Mittel zum Zweck. Die meisten Lehrkräfte sind eindeutig auf der Seite der Schülerschaft und tragen nicht gerne Fehlstunden in das Klassenbuch ein. Am Gymnasium in der Wüste gab es bereits nach anfänglichen Streitigkeiten Mitte April ein Kooperationsgespräch, bei so mancher Lehrer ernsthaft über gemeinsame Projekte nachzudenken begann.

Denn klar ist: Bildung während der Streiks kommt nicht kürzer als in der Schule. So hat sich in Osnabrück als erster Ortsgruppe in ganz Deutschland ein wöchentliches Workshopprogramm entwickelt, das den Schülern und Schülerinnen ein Forum zum Austausch geben soll. Außerdem dürfen Jugendparteien, -gruppen, NGOs und Privatpersonen, gerade Studenten bestimmter Fachrichtungen, dort ihr Wissen weitergeben und für sich werben. Die Angebote reichen von musikalischen Trommelangeboten über Poems schreiben bis zum Thema Klimawandel und Wachstum. Die Erfahrungen mit dem Workshopprogramm sind durchweg positiv. Es scheint ein ganz anderes Lernklima zu geben, wenn man auf einer Decke auf dem Theatervorplatz sitzt und interaktiv auf Augenhöhe diskutiert, anstatt in der Schulbank zu hocken und auf die Pause zu warten.

Kontakt zum Osnabrücker Rat

Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Die Streiks gehen weiter. Am 26.04. fand der nächste bundesweite Streiktag statt und am 24.05. soll anlässlich der EU-Wahl und anderer wichtiger Kämpfe weltweit ein zweiter 15. März veranstaltet werden. Die Vorbereitungen dazu sind im vollen Gange. Außerdem laufen mittlerweile nicht nur auf Bundesebene Gespräche mit (Vegi-)steakholdern aus klimarelevanten Sphären. Am 09.05. wird eine Delegation von Fridaysforfuture Osnabrück beispielsweise Kontakt zu den Ratsfraktionen im Rahmen eines Treffens aufnehmen. Dort werden Forderungen vorgestellt und diskutiert. Im Vorfeld wird es außerdem möglich sein, Fragen an die Politik auf der FFF Instagramseite zu stellen.

Der Kampf für Klimagerechtigkeit geht also weiter. Und du? Sehen wir uns Freitag?

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